THE NAVIDSONS

THE NAVIDSONS besteht aus Till Wyler von Ballmoos (Regie), Ole Hübner (Komposition), Tassilo Tesche (Szenografie), Maxine Devaud (Produktionsleitung) und weiteren Akteur_innen.

In kollaborativer Autorschaft entwickelt die Gruppe Musiktheater an der Schnittstelle von Performance, Oper und Kunstinstallation. Ihre künstlerische Arbeit konzentriert sich auf Experimente mit neuen Raumkonzepten von Musiktheaters und Formen der offenen Dramaturgie. Die Suche nach neuen Prozessen der Projektentwicklung mit dem Ziel einer musikalisch – performativen Inszenierung fragiler Momenten von Auflösung und Transformation sind Triebkräfte ihre Produktionen.

Ihre praktische Arbeit verfolgt die Idee, durch Live-Choreographien mit Musiker_innen, Sänger_innen, Tänzer_innen und weiteren Performer_innen „Topographien von Zuständen“ zu schaffen. Das Publikum ist eingeladen, in einer aisthetischen Erfahrung über Kategorien wie Fiktion, Unvorhersehbarkeit, persönliche Geschichte und Sehnsucht nachzudenken. Die Grenzen zwischen Inszenierung und Improvisation, Kreation und Dekonstruktion, zwischen visuellen Medien, Musik und architektonischem Raum werden in Projekten wie u.a. THE NAVIDSON RECORDS (Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater / Konzert Theater Bern) ausgelotet.

THE NAVIDSONS waren eingeladen ihre Arbeit mit einer OPEN-WORKSTATION an den Operadagen 2018 in Rotterdam zu präsentieren.

 

BIOGRAPHIEN

Till Wyler von Ballmoos 
Geboren in Bern, Schweiz. Die Choreographie instabiler Ereignisse in Performances und die Erzählung paradoxer Situationen stehen im Mittelpunkt seiner künstlerischen Forschung. Till Wyler von Ballmoos studierte von 2006 bis 2011 Musiktheater an der Hochschule für Musik und Theater München und von 1990 bis 2004 klassisches Cello an der Hochschule der Künste Bern. Seit 2000 arbeitet Till Wyler von Ballmoos in den Bereichen Theater, Musik, Film und Neues Musiktheater. Er entwickelt themenbezogene Musik-Performance-Projekte in der freien Theater- und Musiktheaterszene. Seine von der Kritik gelobte Musiktheaterproduktion „The Navidson Records“ hatte Premiere an der Münchener Biennale 2016. An der Oper Stuttgart kreierte er „Make Room – Take up Space“, eine Performance mit dem Publikum im öffentlichen Raum. Auf der Biennale Bern kreierte und inszenierte er die performative Installation „Carrillo_N13¿“. Er ist Stipendiat der Akademie Schloss Solitude, des Künstlerhauses Schloss Balmoral und von Pro Helvetia India. Für „Der Tod und das Mädchen – Ein Wiederhall“ wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als bester Regisseur beim Bayerischen Theaterfestival in Bamberg.

Tassilo Tesche 
Geboren in München, studierte Szenografie an der Accademia di Belle Arti in Venedig, Italien, und trat in die Regieklasse der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ ein, während er Germanistik und Philosophie an der FU Berlin studierte. 2001 schloss er sein Architekturstudium an der Universität der Künste in Berlin mit dem Architekten Benedict Tonon und der Künstlerin Katarina Sieverding ab. Als Architekt arbeitete er im Designteam mit Daniel Libeskind, Arn Meijs Architects und F101 Architekten Berlin. Seine ortsspezifischen Videoinstallationen waren Teil verschiedener Ausstellungen wie die Weisse Nacht Kiel, Nomade im CAN Neuchatel oder die Villa Romana Florenz, in der er 2005 eine Residenz hatte. Bis heute hat er als Bühnen- und Kostümbildner mehr als 40 Projekte an Theatern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien realisiert. Er hatte mehrere Gastprofessuren inne, u.a. an der HKB Bern, der Università iuav Venedig und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. In seiner jüngsten Arbeit konzentriert er sich auf die Entwicklung von Konzepten in Teams mit Regisseuren, Autoren und Komponisten. Aus diesen vielschichtigen Kooperationen entstanden mehrere Bühnenbilder mit Regisseuren wie Christoph Schlingensief, Ludger Engels, Florentine Klepper (u.a.) und verschiedene Arbeiten als Co-Autor, Co-Regisseur und Videokünstler mit Franziska Henschel, Liz Rech, Leo Dick (u.a.). Viele seiner Theaterarbeiten sind ortsspezifische Interventionen im öffentlichen Raum oder ordnen konventionelle Theatersituationen neu.

Ole Hübner 
Geboren in Bremerhaven, Deutschland, studierte Komposition in Hannover (bei Benjamin Lang und Joachim Heintz, 2007-2010) und Köln (bei Johannes Schöllhorn und Michael Beil, 2011-2015). Im Anschluss daran absolvierte er das Masterstudium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen (u.a. bei Heiner Goebbels seit 2015). Er ist häufig in den Bereichen Musiktheater, Musiktheater, Theatermusik und Hörspiel tätig. Themen wie die Konzeption und Manipulation von Realitäten; Strategien der Vermittlung und des Erlebens von „Authentizität“; Erinnerung, Reproduktion und Wiederholung als künstlerische Methoden und Anreize; Narration und Narrativität; Das Situative, das Abwesende, das Erkennen und Ausarbeiten sowohl von theatralischen Aspekten in der Musik als auch von musikalischen Aspekten im Theater werden sowohl in seiner theatrologischen als auch in seiner künstlerischen Arbeit kritisch hinterfragt und behandelt. Dabei spielt die Bereicherung und Neubewertung von Techniken und Kenntnissen der zeitgenössischen Musik durch theatrologische Perspektiven eine immer wichtigere Rolle. Die Zusammenarbeit mit Künstler*innen anderer Disziplinen wie Schauspiel, Inszenierung, Tanz, Dramaturgie und Szenografie hat inzwischen viel Raum in seiner Arbeit eingenommen und führte zu Musiktheaterproduktionen am Theater Aachen (2013), an der Deutschen Oper Berlin (2015/16), am Konzert Theater Bern (2016), an der Münchener Biennale (2016) und an der Biennale di Venezia (2017). Ole Hübner fühlt sich aber auch der Konzertmusik verpflichtet, und so wurde seine Komposition auf renommierten Musikfestivals und in Ländern wie Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Italien, Dänemark, Japan, Israel, Singapur und Kanada aufgeführt.

Maxine Devaud
Sie wuchs in Fribourg, Schweiz, auf. Nach einem zweijährigen Studium der Fotografie an der École Cantonale d’Art de Lausanne studierte sie Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Basel. Die Violine hat Maxine Devaud fast ihr ganzes Leben lang begleitet, und als Geigerin war sie viele Jahre lang Mitglied des Schweizerischen Jugendsinfonieorchesters. Von 2014 bis 2017 arbeitete sie als Regieassistentin an Musiktheater- und Theaterproduktionen. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Christian Zehnder, Ludger Engels und Markus Bothe an erfolgreichen Produktionen am Opernhaus Zürich, Theater Basel und Konzert Theater Bern. Maxine Devaud arbeitet derzeit in Deutschland und der Schweiz als Theaterproduzentin für verschiedene Firmen (Novoflot, THE NAVIDSONS, fonundtsu* Theaterproduktion, Ensemble Aabat). Sie ist Stipendiatin von Opera Europe.

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